Zwischen einem senkrecht am Geländer hängenden Modul und einem optimal angewinkelten liegen bis zu 30 Prozent Ertragsunterschied. Der Winkel ist damit einer der größten Stellhebel, den du selbst in der Hand hast - und oft der am meisten unterschätzte.
Die Zahlen: Was bringt welcher Winkel?
Warum senkrecht so viel kostet
Ein senkrecht montiertes Modul steht im Sommer, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, in einem sehr ungünstigen Winkel zum Licht - genau dann, wenn eigentlich am meisten zu holen wäre. Im Winter dagegen, bei tiefstehender Sonne, ist senkrecht gar nicht schlecht. Unterm Strich verliert man übers Jahr aber deutlich.
Der Sweet Spot: 30 bis 35 Grad
Für Deutschland liegt der optimale Winkel bei etwa 30-35 Grad Neigung nach Süden. Das ist ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterertrag. Wer seine Halterung darauf einstellen kann, holt das Maximum raus. Viele verstellbare Halterungen bieten Winkel zwischen 15 und 45 Grad - fast alle Positionen in diesem Bereich sind deutlich besser als senkrecht.
Was, wenn nur senkrecht möglich ist?
Kein Grund zur Panik. Auch senkrecht montierte Anlagen amortisieren sich - es dauert nur etwas länger. Bei aktuellen Strompreisen von 0,37 €/kWh rechnet sich selbst ein senkrechtes 800-W-Set meist in 4-5 Jahren. Wer die Wahl hat, sollte trotzdem zur angewinkelten Montage greifen: Der Aufpreis für eine verstellbare Halterung (oft nur 20-40 € mehr) holt sich über den Mehrertrag in ein bis zwei Jahren wieder rein.
Bifaziale Module: die Ausnahme von der Regel
Eine interessante Sonderrolle spielen bifaziale Module, die auch rückseitig Licht aufnehmen. Bei senkrechter Montage vor einer hellen Hauswand können sie einen Teil des Winkel-Nachteils wieder ausgleichen, weil reflektiertes Licht auf die Rückseite trifft. Wer zwingend senkrecht montieren muss, sollte über bifaziale Module nachdenken.
Fazit
30-35 Grad Neigung ist das Optimum, senkrecht kostet rund 30% Ertrag. Eine verstellbare Halterung gehört zu den günstigsten Ertrags-Upgrades überhaupt - beim Neukauf unbedingt mitdenken.