Ein Balkonkraftwerk soll 15-20 Jahre halten - aber was, wenn nach zwei Jahren plötzlich der Wechselrichter nicht mehr reagiert oder ein Modul beschädigt ankommt? Die gute Nachricht: die Rechte sind klarer, als viele denken.
Zwei verschiedene Fristen, die man kennen sollte
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Dingen, die oft durcheinandergebracht werden: der gesetzlichen Gewährleistung und der Herstellergarantie. Die gesetzliche Gewährleistung gilt für 2 Jahre ab Kauf und ist verpflichtend - dafür haftet der Verkäufer, egal was er selbst dazu sagt. Die Herstellergarantie ist freiwillig und läuft oft deutlich länger, meist 5-15 Jahre bei Wechselrichtern und bis zu 25 Jahre bei Modulen selbst.
Was, wenn direkt bei Lieferung etwas beschädigt ist?
- Sofort beim Auspacken fotografieren - Verpackung und Schaden
- Innerhalb weniger Tage beim Verkäufer melden, am besten schriftlich per E-Mail
- Bei Bestellungen über Amazon: Rückgabe/Umtausch läuft meist unkompliziert über das Amazon-System selbst
- Niemals ein sichtbar beschädigtes Modul trotzdem installieren - das kann spätere Garantieansprüche gefährden
Was, wenn der Wechselrichter nach einem Jahr ausfällt?
Hier greift zunächst die Herstellergarantie, nicht die gesetzliche Gewährleistung, da diese meist ohnehin länger läuft. Der Ablauf: Kontakt zum Hersteller (nicht zwingend zum Händler) aufnehmen, Kaufbeleg und Seriennummer bereithalten, Fehlerbeschreibung möglichst genau schildern - viele Hersteller wie Hoymiles oder Anker haben dafür eigene Online-Portale für Garantiefälle.
Sinkt der Ertrag über die Jahre - ist das ein Garantiefall?
Ein leichter Leistungsabfall über die Jahre ist normal und kein Defekt - Module verlieren typischerweise etwa 0,3-0,5% Leistung pro Jahr durch natürliche Degradation. Die meisten Modulgarantien sichern sogar explizit zu, dass nach 25 Jahren noch mindestens 80-85% der ursprünglichen Leistung vorhanden sein müssen. Fällt die Leistung deutlich schneller ab, lohnt sich eine Reklamation unter Verweis auf diese Leistungsgarantie.
Fazit
Die meisten Sorgen um Garantiefälle sind unbegründet - die Fristen sind bei seriösen Herstellern lang und die Prozesse inzwischen recht unkompliziert. Wichtig ist nur, Kaufbeleg und Fotos von Anfang an sauber aufzubewahren.